Autor: Iganz Lintschinger, BEd

Durch die Vernetzung der Milchlabore und dem Rinderdatenverbund RDV ist es ab jetzt allen aktiven LKV Mitgliedern möglich, die Ergebnisse der Bakteriologischen Milchuntersuchen online über den LKV-Herdenmanager und das LKV-App einzusehen.

Die Untersuchung der Milch mit Hilfe der bakteriologischen Milchuntersuchung ist in vielerlei Hinsicht wichtig. Euterbehandlungen sollten, solange sie nicht akut sind, nicht ohne BU Ergebnis behandelt werden. Vor der Behandlung muss der Erreger und noch wichtiger die Resistenzen dieses Erregers bekannt sein um das richtige Antibiotikum auswählen zu können. Neben der Behandlung von Euterentzündungen ist die bakteriologische Milchuntersuchung auch für ein optimales Trockenstellmanagement notwendig.

Für die Behandlung von akuten Euterentzündungen ist es wichtig den Leitkeim des Betriebes zu kennen. Der Leitkeim ist der Erreger der am häufigsten im Betrieb vorkommt. Gegen diesen Leitkeim sollte behandelt werden, wenn kein BU-Ergebnis vorhanden ist, da die Wahrscheinlichkeit am größten ist, dass die Kuh mit diesem Erreger infiziert ist.

Mastitiserreger lassen sich in drei Gruppen einteilen: euter-, kuh- und umweltassoziierte Erreger. Diese drei Gruppen unterschieden sich durch unterschiedliche Übertragungswege. Nur wenn man die am Betrieb vorherrschenden Erregergruppe kennt, kann das Dippmittel mit den richtigen Eigenschaften ausgewählt werden. Auch ob der Einsatz einer Zwischendesinfektion Sinn macht oder doch die Boxenhygiene verbesserter werden muss, hängt von der Erregergruppe ab.

Genau hier ist die Zusammenführung der einzelnen BU's am Betrieb sehr wichtig. Bis jetzt mussten alle Einzelergebnisse händisch zusammengefasst werden um feststellen zu können welche Erreger wie oft vorkommen. Diese Arbeit ist für LKV Mitglieder ab jetzt nicht mehr nötig. Die Ergebnisse der BUs und alle Zellzahlergebnisse sind ab sofort im LKV-Herdenmanager bei der Tierhistorie der untersuchten Kühe und unter dem Punkt Eutergesundheit zu finden. Auch im LKV-App sind die Ergebnisse in der Tierhistorie zu finden. Im Herdenmanager kann auch der zu betrachtende Zeitraum eingestellt werden um ältere Ergebnisse herauszufiltern. Durch das anklicken der einzelnen Erreger im Diagramm ist es möglich, eine Liste mit den betroffenen Tieren für den jeweiligen Erreger abzurufen. Dadurch hat man eine Liste mit Kühen parat, auf die besonders geachtet werden muss.

Vorrausetzungen

Als einzige Voraussetzung für die Nutzung des Service des LKVs muss einmalig eine Zustimmungserklärung, die die Datenverarbeitung regelt, unterschrieben werden. Weiters sind nicht alle Labore mit einer Datenschnittstelle ausgestattet. Daher können nur Ergebnisse der folgenden Labore automatisch ins RDV übernommen werden:

  • TGD Labor Ried, 4910 Ried im Innkreis
  • Universitätsklinik für Wiederkäuer, Veterinärmed. Universität Wien, 1210 Wien

Je regelmäßiger Milchproben zur Untersuchung eingesendet werden, umso aussagekräftiger sind die Ergebnisse bzw. die Abbildungen im LKV-Herdenmanager.

Nutzung der BU im Herdenmanagement

  • Leitkeim kann einfach festgestellt werdenProblemtiere sind leicht zu finden
  • Werkzeug zur Überwachung und Früherkennung für Landwirt und Tierarzt
  • Gezielte und Erreger angepasste Behandeln bei Euterentzündungen
  • Selektives Trockenstellen
  • Auswahl von sinnvollen und gezielten Vorbeugemaßnahmen
  • Antibiotikareduzierung durch gezielten Einsatz

Mit der Bakteriologische Milchuntersuchung und vielen weiteren Themen rund um Eutergesundheit befasst sich Herr Dr. Volker Krömker von der University of Copenhagen intensiv. Der Arbeitskreis Milch konnte diesen Topreferenten für eine Veranstaltungsreihe in Salzburg gewinnen.

Die Veranstaltungen finden an den Abenden vom 9.3 bis 13.3 in allen Bezirken statt und sind für alle Landwirte kostenlos. Die genaue Einladung folgt in den nächsten Wochen.

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